Home News 14.01.10 - Verbotskultur und ihre Folgen: ein weiteres Beispiel
14.01.10 - Verbotskultur und ihre Folgen: ein weiteres Beispiel PDF Print E-mail

14.01.2010 - Ein schönes Beispiel, wie die Verbotskultur zu immer mehr Irrsinn führt, kann man momentan in Hamburg erkennen. Dort hatte man in den vergangenen Jahren die Harley-Davidson-Days von dem Heiligengeistfeld (St.Pauli) an die Stadtgrenze vertrieben. Nun gut, und zugegeben, die Harley-Davidson-Days ziehen 50.000 Motorräder in die Innenstadt, was wohl zu dem ein oder anderen kleineren Lärmproblem führte. Allerdings stellen 50.000 Harley-Fahrer auch eine ziemlich zahlungskräftige Menschenmasse dar (Harley-Fahrer sind häufig ziemlich wohlhabend), die für ein Wochenende Hamburgs Hotels befüllten und ansonsten auch viel Geld in der Stadt gelassen haben. Und wenn Köln mal eben 1.000.000 Menschen beim Karneval empfangen kann, und Berlin auch bei über 1.5 Millionen Fußballfans bei der WM nicht zusammenbricht, dann sollte Hamburg, gerade im weltoffenen Hafenviertel St. Pauli, 50.000 Biker locker wegstecken können.

Zumindest hatte das Vertreiben an die Stadtgrenze zur Folge, dass ab diesem Zeitpunkt all diese Biker nun einmal täglich quer durch die ganze Stadt fahren mussten - denn über die Reeperbahn zu knattern, gehört nun mal dazu. Soweit war die Politik schon nicht sehr schlau, aber jetzt hat die Grün-Schwarze Bürgerschaft angekündigt, das Event gänzlich zu verbieten. Na, und was passiert? Die Veranstalter suchen sich ein Gelände außerhalb von Hamburg, auf dass Hamburg nun gar kein Geld mit Übernachtungen verdient. Reinfahren werden die Harleys aber dennoch - denn über die Reeperbahn zu knattern, gehört nun mal dazu. Viel Spaß beim Gasgeben!

Vor 30 Jahren wollten die Grünen noch die Gefängnisse abschaffen, vor 20 Jahren wollten sie noch alternative Lebenskulturen fördern (Hafenstraße, auch in Hamburg), und vor 10 Jahren waren sie noch einer Legalisierung von weichen Drogen nicht abgeneigt. Nun kommt ihnen jeglicher Spaß von Menschen wohl dergestalt suspekt vor, dass sie auch vor den größten Verbotsabsurditäten nicht mehr zurückschrecken. Von einem Extrem zum Andern, so scheint es.

Richtig seltsam an der Sache ist, dass es CDU-Politiker sind, welche sich in der Hansestadt nun richtig aufregen. "Ich könnte gleich kotzen. Hamburg ohne Harley-Days, das ist kleinkariert, provinzlerisch und einer Weltstadt unwürdig" sagt zum Beispiel Sven Hielscher, CDU-Bezirksabgeordneter aus Hamburg-Altona und führt weiter aus: "Man kann ja gleich Auto- und Motorradfahren überhaupt verbieten. Und das Einlaufen der Kreuzfahrtschiffe oder der Betrieb des kohlebefeuerten, historischen Eisbrechers 'Stettin' im Altonaer Museumshafen gleich mit. Damit kann man richtig Werbung für die Weltstadt Hamburg machen." Vielleicht erleben wir ja noch ein politisches Zeitalter, in dem es progressiv sein wird, CDU zu wählen. Weit scheint man in Hamburg davon nicht mehr entfernt zu sein. ... weitere Info ...

... und natürlich bei den Harley-Days ...